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Die 10 besten Destillerien in Ecuador

Ecuador ist ein kleines Land, das auf engstem Raum eine außergewöhnliche biologische Vielfalt beherbergt: die Galápagos-Inseln, den Amazonas-Tiefwald, die schneebedeckten Andengipfel und die tropische Pazifikküste existieren alle innerhalb der gleichen Nationalgrenze. Diese ökologische Reichhaltigkeit ist auch für die Spirituosenproduktion relevant — kaum ein Land auf der Erde bietet eine solche Fülle an aromatischen Rohstoffen, exotischen Früchten, einzigartigen Botanicals und unterschiedlichen Klimazonen, die jeweils verschiedene Fermentations- und Reifungsbedingungen schaffen.

Das Rückgrat der ecuadorianischen Spirituosen ist die Zuckerrohrproduktion. Das tropische Klima der Küstenregion und der Andentäler eignet sich hervorragend für den Zuckerrohranbau, und die daraus gewonnenen Melassen und Frischsäfte sind Basis für Aguardiente, Puntas und zunehmend auch für Premium-Rums und Cachaça-ähnliche Destillate. Wer die ecuadorianische Destillationslandschaft erkunden möchte, findet erste Einträge auf der Destillerienkarte.

1. Destilería Zhumir, Azuay

Zhumir ist die bekannteste Spirituosenmarke Ecuadors und stammt aus der Provinz Azuay in der Andenhochregion. Gegründet in der Kolonialstadt Cuenca, hat das Unternehmen seinen Aguardiente zu einem nationalen Kultgetränk gemacht. Zhumir Aguardiente wird aus Zuckerrohrmelasse destilliert und dann mit lokalen Früchten — vor allem Naranjilla und Maracujá — aromatisiert. Die Marke hat sich in Ecuador durchgesetzt und ist in jedem Restaurant und jeder Bar des Landes erhältlich. In den letzten Jahren hat Zhumir begonnen, Premium-Linien zu entwickeln, darunter einen gereiften Aguardiente in amerikanischen Eichenfässern.

2. Cristal Industrias Licoreras del Ecuador, Guayaquil

Cristal ist der größte Spirituosenkonzern Ecuadors mit Sitz in der Küstenmetropole Guayaquil. Das Unternehmen produziert ein breites Sortiment — von Vodka und Gin über Rum bis zu aromatisierten Likören — und beliefert den gesamten ecuadorianischen Markt. Das Haus hat sich in jüngster Zeit bemüht, seine Produktionskapazitäten zu modernisieren und exportorientierte Produkte zu entwickeln, darunter einen mehrjährig gereiften Premium-Rum aus ecuadorianischem Zuckerrohr, der auf internationalen Wettbewerben erste Auszeichnungen erhalten hat.

3. Ron Santa Elena, Guayas

Santa Elena ist Ecuadors traditionsreichster Rum-Produzent und nimmt seinen Namen von der gleichnamigen Halbinsel an der Pazifikküste. Die Destillerie produziert Rum aus Zuckerrohrmelasse von der Küstenregion, destilliert in Kolonialstill-Anlagen und reift in amerikanischen Eichenfässern. Die Produktpalette reicht von weißem Tafelrum bis zu einem siebenjährigen Reserve-Rum, der Noten von Vanille, Banane und einer dezenten Würze zeigt. Santa Elena ist in der Gastronomie Ecuadors weit verbreitet und gilt als zuverlässiger regionaler Produzent.

4. Factoría Espíritus del Ecuador, Quito

Dieses junge Unternehmen aus der Hauptstadt Quito hat sich auf die Produktion von Craft-Gin und botanischen Spirits spezialisiert, die ausschließlich ecuadorianische Botanicals verwenden. Das Sortiment der Aromen ist beeindruckend: Guanábana aus dem Tiefland, Tagua-Palmfrucht, Cacao-Nibs aus dem Amazoniasgebiet, Galangal-Wurzel aus den Anden und eine Vielzahl aromatischer Kräuter, die in der traditionellen Andenheilkunde verwendet werden. Der Flagship-Gin wird in einem 300-Liter-Kupfer-Pot-Still destilliert und zeigt ein tropisch-krautiges Profil, das an keinen europäischen Gin erinnert.

5. Aroma Amazónico, Tena

Tena ist das Tor zum ecuadorianischen Amazonasgebiet, und Aroma Amazónico nutzt die biologische Fülle dieser Region für seine Spirits. Das kleine Unternehmen produziert Gin und aromatische Branntweine aus Früchten und Pflanzen des Tiefwalds — Chontaduro, Arazá, Copoazú und verschiedenen Arten der Heliconia-Gattung — die in Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften gesammelt werden. Das Projekt ist auch ein Beitrag zur Wertschöpfung im Amazonasgebiet und zeigt, dass Spirituosenproduktion ein Instrument des nachhaltigen Tourismus sein kann.

6. Hacienda La Cienega, Cotopaxi

La Cienega ist eine der ältesten Haciendas Ecuadors, gelegen am Fuß des Vulkans Cotopaxi auf etwa 2800 Metern Höhe. Die Hacienda produziert seit Generationen Zuckerrohrschnaps aus Zuckerrohr, das in den unteren, wärmeren Teilen des Landguts angebaut wird. In den letzten Jahren hat die Hacienda begonnen, diesen traditionellen Schnaps als artisanalen Aguardiente zu vermarkten und mit Fassreifung zu experimentieren. Die Hochaltitude-Umgebung und die stark wechselnden Temperaturen zwischen Tag und Nacht schaffen interessante Reifungsbedingungen, die den Whiskys aus dem Hochgebirge Schottlands nicht unähnlich sind.

7. Destilería Los Arrayanes, Loja

In der südlichen Andenregion um Loja gedeihen zahlreiche einheimische Pflanzen, die nirgendwo sonst in Ecuador in dieser Konzentration vorkommen. Los Arrayanes nutzt unter anderem die Arrayan-Myrte sowie verschiedene aromatische Salbeiarten für seine botanischen Spirits. Das Haus produziert auch einen traditionellen Anisschnaps, der in der Region eine lange Trinkgeschichte hat und im Gegensatz zu industriell hergestelltem Aguardiente aus echtem Sternanis destilliert wird.

8. Destilería Inti, Riobamba

Riobamba liegt inmitten der Andenkette und ist Ausgangspunkt für Bergsteiger, die den Chimborazo besteigen. Die Destillerie Inti — benannt nach dem Inka-Sonnengott — produziert Spirituosen aus Quinoa, Mais und Zuckerrohr und verbindet damit präkolumbische Getreidekulturen mit modernen Destillationstechniken. Der Quinoa-Vodka ist ein Exportprodukt, das in spezialisierten Feinkostläden Europas und Nordamerikas erhältlich ist und Ecuadors kulinarische Herkunft wirksam in eine zeitgemäße Produktform übersetzt.

9. Puntas de Caña, Esmeraldas

Die Provinz Esmeraldas an der nördlichen Pazifikküste hat eine starke Tradition der Kleinbrennerei. Puntas — der lokale Name für frisch destillierten Zuckerrohrschnaps, der dem brasilianischen Cachaça ähnelt — wird hier von Dutzenden von Kleinstproduzenten hergestellt. Das Haus Puntas de Caña hat diese Tradition formalisiert und produziert einen Artisan-Cachaça-Stil, der aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft fermentiert und in kleinen Kupfer-Alembic-Anlagen destilliert wird. Die natürliche Fermentation mit wilden Hefen verleiht dem Destillat eine lebendige, fruchtige Grundstruktur.

10. Granja Ilumán, Imbabura

Ilumán ist ein Dorf in der Provinz Imbabura, bekannt für seine indigene Kichwa-Gemeinschaft und seine Tradition der Heilpflanzen. Eine dortige Familienbrennnerei hat begonnen, traditionelle Kräuterrezepte in Liköre und aromatische Branntweine zu übersetzen — mit Pflanzen wie Valeriana, Ruda und Hierbaluisa (Zitronenverbene), die sowohl medizinische als auch aromatische Eigenschaften haben. Die Produkte sind handgefertigt und in kleinen Mengen erhältlich, haben aber eine loyale regionale Anhängerschaft aufgebaut, die die Verbindung zwischen Destillation und traditionellem Pflanzenwissen schätzt.