Top 10 Brennereien in Belgien
Belgiens Brennereitradition ruht auf drei Säulen: dem Genever (gemeinsam mit den Niederlanden), den Kornbränden der ländlichen Brennereien Ost- und Westflanderns sowie einer jüngeren Craft-Single-Malt-Welle mit mehreren international ausgezeichneten Marken. Besonders Lüttich blickt auf eine lange industrielle Brenntradition zurück, und die hochentwickelte Bierkultur des Landes liefert ein tiefes Reservoir an Malz- und Fermentationskompetenz. Die zehn folgenden Brennereien sind auf der Karte zu finden.
1. Filliers Distillery, Bachte-Maria-Leerne
Filliers Distillery, 1880 im ostflämischen Bachte-Maria-Leerne gegründet, ist die bekannteste belgische Brennerei. Fünf Filliers-Generationen führen den Betrieb, der Genever, Kornbrand und seit 2008 den Filliers Single Malt produziert. Die Brennerei betreibt die einzige verbliebene traditionelle belgische Kolonnenbrennerei auf Getreidebasis.
2. The Owl Distillery, Grâce-Hollogne
The Owl Distillery in Grâce-Hollogne bei Lüttich brennt Belgian Single Malt aus Gerste der Hesbaye. 1997 gegründet, war The Owl Belgiens erste reine Single-Malt-Brennerei und ist international die bekannteste Whisky-Marke des Landes. Die Gerste stammt ausschließlich aus dem Hesbaye-Kornland.
3. Radermacher Distillery, Raeren
Radermacher Distillery in Raeren in den deutschsprachigen Ostkantonen brennt Single Malt, Gin und Brandy. Die Grenzlage zwischen Deutschland und Belgien gibt dem Haus einen Fuß in beiden Whiskykulturen; die Radermacher-Single-Malts haben eine treue internationale Anhängerschaft.
4. Wilderen Distillery, Wilderen
Wilderen Distillery bei Sint-Truiden in Limburg gehört zum Wilderen-Brauereikomplex. Gin und Single Malt profitieren von der vorhandenen Malz- und Fermentationsinfrastruktur, und der Standort ist zur Craft-Drinks-Destination im belgischen Limburg geworden.
5. Distillerie de Biercée, Thuin
Distillerie de Biercée im Hennegau brennt das berühmte belgische Eau de Villée und eine Reihe von Obstbränden. 1946 gegründet und familiengeführt, bezieht das Haus seine Früchte aus den Obstgärten des Hennegau.
6. Braeckman Distillery, Oudenaarde
Braeckman Distillery in Oudenaarde in Ostflandern gehört zu den älteren überlebenden belgischen Kornbrennereien. Das Portfolio dreht sich um Genever und traditionelle belgische Kornbrände, mit wachsendem Export an spezialisierte Spirituosenhändler.
7. Belgian Owl Eolienne, Fexhe-le-Haut-Clocher
Der zweite Standort von The Belgian Owl in Fexhe-le-Haut-Clocher beherbergt die größere Produktion für die wachsende internationale Nachfrage. Der Standort nutzt Windkraft für die Destillation (daher "Eolienne") — ein bemerkenswertes Nachhaltigkeitsthema im belgischen Craft-Segment.
8. Stokerij De Moor, Aalst
Stokerij De Moor in Aalst ist ein kleiner Craft-Produzent mit Schwerpunkt auf belgischem Gin und Genever. Die Marke setzt auf flämische Botanicals und den traditionellen Aalster Brennereistil.
9. Schladerer-Belgien, Ostflandern
Der belgische Ableger von Schladerer (dem Schwarzwälder Obstbrandproduzenten) betreibt in Flandern eine Satellitenbrennerei, die Obst-Eaux-de-vie produziert und für weitere belgische Craft-Marken im Auftrag brennt.
10. Gouden Carolus Distillery, Mecheln
Die Gouden Carolus Distillery in Mecheln, angebunden an die Brauerei Het Anker, brennt einen Single Malt, der in Gouden-Carolus-Bierfässern reift. Die Brauerei-Brennerei-Verbindung gibt dem Whisky eine ungewöhnliche Reifegeschichte mit Bezug zur belgischen Bierkultur.
Eine ruhige, aber dichte Szene
Belgiens Brennereiszene ist international weniger sichtbar als Schottland oder Irland, hat aber eine bemerkenswerte Dichte: Genever-Häuser in Ostflandern, Single Malt in der Hesbaye, Obstbrände im Hennegau und brauereigetriebener Whisky in Mecheln, alles in einem Land, das kleiner ist als Schottland. Die Karte macht diese Dichte sichtbar.