Top 10 Brennereien in der Schweiz
Die Schweizer Brenntradition war jahrhundertelang eine Welt der Edelbrände — Williamine aus Williams-Birnen, Kirsch aus Sauerkirschen, Enzian aus der alpinen Wurzel und diverse Absinthe aus dem Val-de-Travers. Die Liberalisierung von 2005, die die alten eidgenössischen Monopolbeschränkungen weitgehend abschaffte, öffnete die Tür für eine Welle von Single-Malt-Brennereien, die sich auf das exzellente Schweizer Wasser, das Malz und die Tradition handwerklicher Präzision stützen. Die zehn folgenden Brennereien sind auf der Karte zu finden.
1. Langatun Distillery, Aarwangen
Die 2007 im bernischen Aarwangen gegründete Langatun Distillery ist die Vorzeigeadresse für Schweizer Single Malt. Old Bear, Old Deer und Old Eagle reifen in unterschiedlichsten Fasstypen und haben sich eine starke heimische und wachsende internationale Anhängerschaft erarbeitet.
2. Etter Söhne, Zug
Etter Söhne in Zug ist der renommierteste Schweizer Obstbrenner. Williamine (Williams Christ), Kirsch aus Zuger Kirschen und eine Reihe sortenreiner Edelbrände prägen das Sortiment. Gegründet 1870, in fünfter Generation familiengeführt, gilt Etter als Lehrbuchreferenz für Schweizer Edelbrand.
3. Säntis Malt (Locher), Appenzell
Säntis Malt, hergestellt von der Brauerei Locher in Appenzell, ist der international meistverbreitete Schweizer Whisky. Die Säntis-Range — Edition Sigel, Edition Genesis und verschiedene altersmarkierte Abfüllungen — reift in alten Bierfässern und gibt dem Whisky einen unverwechselbaren Schweizer Charakter.
4. Distillerie Studer, Escholzmatt
Distillerie Studer im Entlebuch produziert Obstbrände, Gin (Studer's Vintage Gin) und ein wachsendes Single-Malt-Programm. Die Lage in der UNESCO-Biosphäre Entlebuch ist Teil der Markenidentität.
5. Kübler, Môtiers
Kübler in Môtiers im Val-de-Travers ist der berühmteste Schweizer Absinthbrenner. Das Val-de-Travers ist die Wiege des Absinths, und Kübler produziert ihn (seit 2005 wieder legal, nach fast hundertjährigem Verbot) traditionell mit lokal gewachsenem grossem Wermut.
6. Bachtel Distillery, Wernetshausen
Die Bachtel Distillery im Zürcher Oberland produziert Single Malt und verschiedene Craft-Spirituosen. Die Brennerei teilt sich das Gelände mit einer Craft-Brauerei — ein Modell, das im Schweizer Craft-Bereich verbreitet ist.
7. Holzeibrennerei Cardin, Châtel-Saint-Denis
Die Holzeibrennerei Cardin in den Freiburger Voralpen produziert traditionelle Lie de Gruyère (eine regionale Tresterspezialität) und eine Reihe von Obstbränden. Die Brennerei steht für die ältere Schweizer bäuerliche Brenntradition.
8. Brennerei Stadelmann, Entlebuch
Brennerei Stadelmann im Entlebuch produziert holzgereifte Obstbrände — besonders die Vieille Williamine, eine in Eichenfässern gelagerte Williamsbirne mit komplexem Bernsteincharakter ganz anders als der typische klare Birnenbrand.
9. Whisky Castle (Käser's Schloss), Elfingen
Whisky Castle, die Marke von Käser's Schloss Distillery in Elfingen, ist eine der ältesten Schweizer Single-Malt-Brennereien (gegründet 2002). Die breite Fassfinishings-Range und der Doublewood Single Malt haben eine heimische Anhängerschaft aufgebaut.
10. Z'Graggen Distillerie, Lauerz
Z'Graggen Distillerie in Lauerz in der Innerschweiz produziert Obstbrände und Gin in den schwyzerischen Voralpen. Sie zählt zu den meistbesuchten Brennereien der Schweiz allein wegen ihrer Lage.
Zwei parallele Traditionen
Die Schweizer Brennereigeschichte ist zwei parallele Traditionen: jahrhundertealte Obst- und Kräuterbrände (Etter, Kübler, Studer, Cardin) und die Single-Malt-Welle nach 2005 (Langatun, Säntis, Whisky Castle). Beide leben und wachsen. Die Karte zeigt sie nebeneinander — vom Absinthland der Romandie über die Obstgärten der Zentralschweiz bis zu den Whiskybrennereien im Osten.